Fast jedes Gas, das du bekommst, ist eine Mischung: die Außenluft auf dem Mars, das Abgas eines Ofens, der Ausgang des Elektrolysators. Mit einer Filtration trennst du diese Mischungen auf und machst aus Abfall Rohstoff.
So arbeitet die Filtration
Die Filtration hat drei Rohranschlüsse: Eingang, Ausgang und Abfallausgang. Dazu kommen ein Daten- und ein Stromanschluss und drei Fächer: zwei für Gasfilter und eines für einen programmierbaren Chip.
Die Aufteilung ist im Spielcode eindeutig: Was ein Filter festhält, geht zum Ausgang (im Spiel „Filtered“), alles andere zum Abfallausgang („Unfiltered“). Setzt du einen Kohlendioxid-Filter ein, kommt am Ausgang also das Kohlendioxid an und am Abfallausgang die gereinigte Luft. Die Filtration misst alle drei Leitungen selbst: …Input, …Output (gefiltert) und …Output2 (Abfall) liefern Druck, Temperatur, Menge und die Anteile jedes Gases.
Was sonst im Code steht:
- Sie läuft nur mit
On= 1,Mode= 1 (Active) und allen drei Rohren. - Je Takt nimmt sie mindestens die Gasmenge von 1000 kPa in 10 Litern, bei 20 °C rund 4,1 mol, bei großem Druckgefälle mehr. Eine Pumpe davor brauchst du nicht – sie schiebt auch gegen Druck. Sorge dafür, dass beide Ausgänge abfließen können.
- Fällt das Zielgas am Eingang unter 0,1 %, holt sie den letzten Rest auf einmal heraus. Das Eingangsnetz wird davon also wirklich frei.
- Zum Grundverbrauch von 10 W kommen beim Filtern bis zu 100 W, voll ab 1000 kPa am Eingang.
Für Flüssigkeitsleitungen gibt es die größere Filtration Liquid, für Räume ohne Rohre den tragbaren Luftwäscher.
Die Filter
Jeder Filter ist auf ein Gas festgelegt. Die sechs häufigsten:
| Filter | Gas | Hinweis |
|---|---|---|
| Filter (Sauerstoff) | Sauerstoff | Atemgas, Oxidationsmittel |
| Filter (Stickstoff) | Stickstoff | Füllgas für Atemluft |
| Filter (Kohlendioxid) | Kohlendioxid | nicht giftig, gutes Kühlgas |
| Filter (Schadstoff) | Schadstoff | giftig |
| Filter (flüchtige Stoffe) | Flüchtige Stoffe | Brennstoff und giftig |
| Filter (Wasser) | Wasserdampf (Steam) | hält Dampf und flüssiges Wasser |
Daneben gibt es Filter für Lachgas, Wasserstoff, Helium, Ozon, Alkohol, Salzsäure, Hydrazin, Silanol, Schmutzwasser und Salz. Jeder Gasfilter nimmt laut Spielcode auch die flüssige Form seines Gases mit – der Sauerstoff-Filter flüssigen Sauerstoff, der Wasserfilter (Filtertyp Steam) flüssiges Wasser. Filter für reine Flüssigkeiten wie Schmutzwasser, Alkohol oder Salz halten nur diesen Stoff. Tückisch ist ein Name: Der Filter für Flüchtige Stoffe heißt auf Englisch „Methane“.
Jeden Filter gibt es in mehreren Stufen. Am Beispiel Kohlendioxid: Der normale braucht 5 Eisen, der mittlere 5 Eisen, 5 Silber und 1 Konstantan, der schwere 5 Stahl, 1 Invar und 1 Stellit und eine Rohrbiegemaschine der Stufe 2. Die katalytische Stufe kannst du nicht herstellen, sie wird nur vom Händler Cosmic Curiosities verkauft.
Filter wechseln
Jeder Filter hat einen Vorrat, der bei 100 beginnt. Er sinkt um 1 nach einer festen Zahl von Takten, in denen der Filter wirklich etwas festhält – Takte ohne sein Gas zählen nicht:
| Stufe | Takte je Punkt | 100 Punkte reichen für |
|---|---|---|
| normal | 145 | 14 500 Takte, gut 2 Stunden |
| mittel (M) | 721 | rund 10 Stunden |
| schwer (L) | 2881 | rund 40 Stunden |
| katalytisch | 11 521 | rund 160 Stunden |
Auch der katalytische Filter ist also nicht unendlich. Bei 0 bleibt der Filter im Fach liegen und hält nichts mehr; in der Filtration geht sein Gas dann zum Abfallausgang. Über die Slot-Logik liest du Quantity und FilterType je Fach (Fach 0 und 1).
Dieses Programm schaltet eine Filtration ein, sobald im Raum zu viel Schadstoff ist, und lässt ein Blinklicht blinken, wenn einer der beiden Filter fast leer ist:
# Schadstoff aus der Raumluft filtern, Filter ueberwachen
define FILTRATION -348054045 # Filtration (StructureFiltration)
define SENSOR -1252983604 # Gassensor (StructureGasSensor)
define LICHT -1535893860 # Blinklicht (StructureFlashingLight)
define NFILTER HASH("Filter Luft")
define NSENSOR HASH("Sensor Wohnraum")
define NLICHT HASH("Licht Filter")
define GIFTEIN 0.4 # kPa Schadstoff, ab hier filtern
define GIFTAUS 0.1 # kPa Schadstoff, bis hier filtern
define REST 10 # Filtervorrat, darunter warnen
alias druck r0
alias anteil r1
alias pgift r2
alias an r3
alias f0 r4
alias f1 r5
alias tmp r6
sbn FILTRATION NFILTER Mode 1 # 1 = Active, sonst filtert sie nie
start:
yield
lbn druck SENSOR NSENSOR Pressure 0
bnan druck start # kein Sensor mit diesem Namen
lbn anteil SENSOR NSENSOR RatioPollutant 0
mul pgift anteil druck # Teildruck Schadstoff
# --- 1. Filtration mit Hysterese ---
sgt tmp pgift GIFTEIN
select an tmp 1 an
slt tmp pgift GIFTAUS
select an tmp 0 an
sbn FILTRATION NFILTER On an
# --- 2. Filtervorrat pruefen ---
lbns f0 FILTRATION NFILTER 0 Quantity 0
bnan f0 start # keine Filtration mit diesem Namen
lbns f1 FILTRATION NFILTER 1 Quantity 0
min tmp f0 f1
slt tmp tmp REST
sbn LICHT NLICHT On tmp # Licht an: Filter tauschen
j start
Die Schwellen liegen bewusst unter der Warnschwelle von 0,5 kPa. Ein leeres Fach meldet Quantity 0 – das Licht geht also auch an, wenn ein Filter fehlt. Bei einem normalen Filter bleiben ab der Warnung noch 10 · 145 = 1450 Takte, rund 12 Minuten Filterbetrieb. Die Zeile vor start: stellt die Filtration einmal auf Mode 1 – ohne sie bliebe sie trotz On untätig. Statt eines externen Gehäuses kannst du den Chip auch direkt in das Chipfach der Filtration stecken.
Ein Rechenbeispiel
Ein Raum aus vier Zellen (32 000 L) mit 100 kPa enthält 2 % Schadstoff. Das sind 2 kPa Teildruck – doppelt so viel wie die Schadensgrenze. In Mol:
- n = 2 · 32 000 / (8,3144 · 293,15) ≈ 26 mol
Diese 26 mol muss die Filtration herausholen, damit der Raum wieder sauber ist. Sie kommen am Ausgang an – dort hängt also deine Abgasleitung. Die gereinigte Luft verlässt die Filtration am Abfallausgang und muss zurück in den Raum, etwa über eine aktive Lüftung. Bei mindestens 4,1 mol Durchsatz je Takt ist ein Raum mit 1330 mol Luft nach gut 320 Takten einmal durch die Filtration gegangen, also nach knapp 3 Minuten.
Wohin mit den Abfallgasen
| Gas | Möglichkeiten |
|---|---|
| Schadstoff | nach draußen ablassen, weit weg von Ansaugleitungen; oder ab 1800 kPa bei Raumtemperatur verflüssigen und platzsparend lagern |
| Kohlendioxid | als Kühlgas nutzen; ab 517 kPa und unter 266 K flüssig lagern; nach draußen ablassen |
| Methan (Flüchtige Stoffe) | als Brennstoff lagern – getrennt von jeder Sauerstoffleitung |
| Wasserdampf | kondensieren und als Wasser nutzen |
| Stickstoff | als Füllgas für Atemluft verwenden |
Zum Ablassen genügt eine passive Belüftung an der Außenwand. Sie gleicht in jedem Takt vollständig mit der Zelle davor aus. Auf dem Mars landet das Gas so wieder in der Außenluft.
Eine Filtration, die Methan oder Wasserstoff abtrennt, liefert an einem Ausgang einen reinen Brennstoff. Führ diese Leitung nie in die Nähe einer Sauerstoffleitung oder einer Wand-Heizung – die setzt in jedem Takt einen Funken.
Außenluft vom Mars nutzen
Die Mars-Luft besteht laut Weltdaten zu rund 95 % aus Kohlendioxid, 3 % Stickstoff, 1,4 % Sauerstoff und 0,6 % Schadstoff. Mit Kohlendioxid- und Schadstoff-Filtern in einer Filtration bleibt ein Rest aus Stickstoff und Sauerstoff übrig. Das Kohlendioxid ist dabei kein Abfall, sondern ein brauchbares Kühlgas.
Wohin weiter
- Gase und Mischungen: Atemluft, Gasmischer, Teildruck – Teildruck und Atemluft
- Elektrolyse und Wasser: Sauerstoff und Wasserstoff gewinnen – Sauerstoff und Wasserstoff trennen
- Verdampfen, Kondensieren, Gefrieren: Phasen gezielt nutzen – Abfallgase verflüssigen
- IC10: Gerät per Name steuern – Geräte per Name ansprechen, Slot-Logik in der Akademie: Slots