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Druck, Temperatur und Wärme

Verdampfen, Kondensieren, Gefrieren: Phasen gezielt nutzen

Wann ein Stoff im Spiel flüssig, gasförmig oder fest ist, wo dich das in Rohren überrascht und wie du Phasenwechsel für Speicher und Kühlung nutzt – mit den Werten aller wichtigen Stoffe.

Geprüft mit 0.2.6428.27798 Aktualisiert 20.10.2026

In Stationeers kann fast jeder Stoff gasförmig, flüssig oder fest sein. Ob er gerade das eine oder das andere ist, hängt nur von Druck und Temperatur ab. Wer die Grenzen kennt, kann Gase platzsparend als Flüssigkeit lagern und mit Verdampfen kühlen – und vermeidet Rohrschäden, die scheinbar aus dem Nichts kommen.

Drei Grenzen je Stoff

Jeder Stoff hat in den Spieldaten drei wichtige Werte:

  • Gefrierpunkt: Darunter wird er fest.
  • Mindestdruck für flüssig: Darunter kann er nicht flüssig sein, egal wie kalt.
  • Kritische Temperatur: Darüber gibt es keine Flüssigkeit mehr, egal wie hoch der Druck.

Dazwischen verläuft die Dampfdruckkurve: Liegt der Druck über dem Dampfdruck der aktuellen Temperatur, kondensiert der Stoff, liegt er darunter, verdampft er.

StoffGefrierpunktMindestdruck flüssigflüssig bisVerdampfungswärme
Sauerstoff56,4 K6,3 kPa162,3 K800 J/mol
Stickstoff40,0 K6,3 kPa190,0 K500 J/mol
Kohlendioxid217,8 K517 kPa266,3 K600 J/mol
Flüchtige Stoffe81,5 K6,3 kPa195,0 K1000 J/mol
Wasserstoff (Hydrogen)15,2 K6,3 kPa70,1 K200 J/mol
Schadstoff173,3 K1800 kPa433,9 K2000 J/mol
Distickstoffoxid251,4 K800 kPa430,6 K4000 J/mol
Wasser / Dampf (Steam)273,15 K6,3 kPa643,7 K8000 J/mol

Helium wechselt im Spiel nie die Phase. Bei 100 kPa siedet Wasser im Spiel bei rund 384 K, nicht bei 373 K. Kohlendioxid, Schadstoff und Lachgas können bei 100 kPa gar nicht flüssig sein – ihr Mindestdruck liegt höher.

Phasendiagramm: Wasser
01002003004005006007008001101001.00010.000100.000Temperatur (K)Druck (kPa)festflüssigkritischer Punkttiefster Flüssigpunkt101,3 kPagasförmig
Phasendiagramm von Wasser aus den Stoffwerten des Spiels. Druck logarithmisch.
Gefrierpunkt
273,2 K (0 °C)
Siedepunkt bei 101,3 kPa
384 K (110,9 °C)
Flüssig ab
6,3 kPa
Kritischer Punkt
643,7 K (370,6 °C) · 6.000 kPa

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Wo dich das in Rohren überrascht

Ein Gasrohr verträgt höchstens 2 % Flüssigkeit, mehr beschädigt es. Drei Fälle treten in der Praxis auf:

  • Schadstoff unter Druck: Ab 1800 kPa kann Schadstoff schon bei Raumtemperatur flüssig werden. Eine Abfallleitung, in die du Schadstoff presst, sammelt dann Flüssigkeit.
  • Lachgas: Ab 800 kPa und unter 430,6 K – also auch bei Raumtemperatur – kann es kondensieren.
  • Kohlendioxid im Freien: Auf dem Mars fällt die Außenluft nachts auf rund −50 °C (223 K). Eine nicht isolierte Leitung mit Kohlendioxid unter hohem Druck kann dann in den flüssigen Bereich geraten – möglich ist das ab 517 kPa.

In Flüssigkeitsleitungen droht das Gegenteil: Fällt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, erstarrt die Flüssigkeit zu Eisbrocken, die in der Welt landen. Wasser gefriert bei 273,15 K, Schmutzwasser schon bei 276,15 K.

Und in einer leeren Flüssigkeitsleitung verdampft ein Teil der Flüssigkeit sofort, bis der Dampfdruck erreicht ist. Dieses Gas kannst du mit einem Purge Valve abführen.

Phasenwechsel nutzen

Platzsparend lagern. Flüssigkeit nimmt viel weniger Raum ein als Gas. Lachgas braucht flüssig 0,026 Liter je Mol, Kohlendioxid und Schadstoff je 0,04 Liter. Bei 100 kPa und 20 °C bräuchte ein Mol Gas dagegen rund 24 Liter.

Kühlen durch Verdampfen. Beim Verdampfen braucht ein Stoff seine Verdampfungswärme, beim Kondensieren gibt er sie wieder ab. Darauf beruht jede Kältemaschine: Ein Kältemittel wird verdichtet und kondensiert dort, wo die Wärme hin soll; danach wird es über ein Ventil entspannt und verdampft dort, wo gekühlt werden soll. Lachgas bringt mit 4000 J je Mol viel Verdampfungswärme mit und ist schon bei Raumtemperatur flüssig zu halten. Bedenke aber: Es ist ein Oxidationsmittel.

Dafür gibt es eigene Bauteile:

BauteilSettingso arbeitet es laut Spielcode
Condensation ChamberKammerdruck, 0–6000 kPaInput füllt die 400-Liter-Kammer bis zu diesem Druck; Kondensat läuft bis 10 L je Takt in die Flüssigkeitsleitung
Evaporation ChamberMindestdruck, 0–6000 kPafüllt sich bis 10 % (40 L) mit Flüssigkeit; Gas geht erst über dem Sollwert hinaus
Condensation Valveohne Wirkungholt Flüssigkeit aus einem Gasrohr in eine Flüssigkeitsleitung, bis 10 L je Takt, ohne Strom
Expansion Valveohne Wirkungschiebt Flüssigkeit aus einer Flüssigkeitsleitung in ein Gasrohr, bis 10 L je Takt, ohne Strom

Bei beiden Kammern ist Input2 kein zweiter Gaseingang, sondern ein Wärmetausch-Anschluss: Das Gasnetz daran tauscht nur Wärme mit der Kammer, sein Gas strömt nicht hinein. An der Condensation Chamber hängt dort der Kühlkreis, an der Evaporation Chamber ein warmer Kreis, der die Verdampfungswärme liefert. Unter 101,325 kPa in diesem Netz sinkt der Austausch. Mit Open = 1 lassen beide Kammern ihren Inhalt in die Umgebung ab.

Die beiden Ventile schaltest du am Ventil selbst auf und zu (On). Ein Gasrohr darf höchstens 2 % Flüssigkeit enthalten – hinter einem Expansion Valve muss die Flüssigkeit also auch wirklich verdampfen können.

Ein Rechenbeispiel: ein Liter Wasser verdampfen

Ein Liter Wasser sind 1 / 0,018 ≈ 55,6 mol. Bei 72 J je Mol und Kelvin braucht er rund 4000 J je Kelvin.

  1. Erwärmen von 20 °C auf 384 K: 4000 · (384 − 293,15) ≈ 363 000 J
  2. Verdampfen: 55,6 · 8000 ≈ 445 000 J

Zusammen rund 808 kJ. Eine Wand-Heizung mit 2 kW bräuchte dafür fast sieben Minuten. Umgekehrt gibt kondensierender Dampf dieselbe Wärme wieder ab – ein Kondensator muss also kräftig gekühlt werden.

Phasendiagramm: Distickstoffoxid
01002003004005006001101001.00010.000100.000Temperatur (K)Druck (kPa)festflüssigkritischer Punkttiefster Flüssigpunkt101,3 kPagasförmig
Phasendiagramm von Distickstoffoxid aus den Stoffwerten des Spiels. Druck logarithmisch.
Gefrierpunkt
251,4 K (-21,73 °C)
Flüssig ab
800 kPa
Kritischer Punkt
430,6 K (157,5 °C) · 2.000 kPa

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