Nicht jede Steuerung braucht einen IC10. Für „Lüftung an, wenn der Druck zu niedrig ist“ reichen ein paar kleine Logikbausteine an der Wand. Jeder davon kann genau eine Sache: einen Wert holen, zwei Werte vergleichen, rechnen oder einen Wert in ein Gerät schreiben. Hintereinander geschaltet ergeben sie eine Steuerung.
Die vier Bausätze
Alle Logikbausteine kommen aus dem Elektronik-Drucker und brauchen nur die erste Druckerstufe.
| Bausatz | baut unter anderem |
|---|---|
| Kit (Logik E/A) | Logiklesegerät, Logik-Schreiber, Batch Lesegerät, Batch-Schreiber, Slot-Leser, Logik-Spiegel |
| Kit (Logik-Prozessor) | Logik-Vergleich, Logik Mathematik, Logik auswählen, Logik Min/Max, Mathe Unär, Logisches Tor, PID-Regler |
| Kit (Logik-Speicher) | Logik Speicher, Hash-Generator |
| Kit (Logikschalter) | Hebel, Taste, Zifferblatt, Schalter, Wichtige Taste |
Aus einem Bausatz wählst du beim Bauen, welches Teil entsteht.
Das Grundprinzip: Eingang, Ausgang, Setting
Fast alle Bausteine sitzen im 0,5-m-Raster an der Wand und haben drei Arten von Anschlüssen:
- einen oder zwei Dateneingänge,
- einen Datenausgang,
- einen eigenen Stromanschluss. Laut Spieldaten braucht jeder dieser Bausteine 10 W.
Das Ergebnis eines Bausteins steht in seinem Setting. Bei Leser, Vergleich und Mathematik kannst du Setting nur lesen – der Baustein füllt es selbst. Ein- und ausschalten lässt sich jeder über On, und Error meldet ein Problem.
Ausnahmen ohne Stromanschluss und mit 0 W sind der Speicher, Hebel, Taste und Drehknopf. Sie haben nur Datenanschlüsse.
Werte holen und schreiben
Der Logik-Leser holt einen Wert von einem Gerät und stellt ihn als Setting bereit. Der Logik-Schreiber macht das Umgekehrte: Er nimmt das Setting eines anderen Logikbausteins und schreibt es in einen LogicType eines Geräts. Er hat deshalb kein lesbares Setting, sondern neben On nur ForceWrite (nur schreiben).
Die Batch-Varianten arbeiten wie lb und sb im IC10: Sie sprechen nicht ein einzelnes Gerät an, sondern alle Geräte eines Typs im Datennetz, ohne auf Namen zu achten. Ein Batch-Schreiber schaltet so zum Beispiel alle Lüftungen gleichzeitig.
So stellst du sie ein
Alles geschieht mit dem Schraubenzieher in der Hand. Jeder Baustein hat kleine Stellpunkte; ein Klick springt zur nächsten Auswahl, mit gedrückter Taste C (Standardbelegung) zur vorigen. Der Tooltip zeigt, was gerade gilt.
| Baustein | Stellpunkte | wählt aus |
|---|---|---|
| Logik-Leser | Gerät, Wert | Geräte im Eingangsnetz, nach Namen sortiert |
| Logik-Schreiber | Ziel, Wert, Quelle | Ziel im Ausgangsnetz, Quelle (ein Logikbaustein) im Eingangsnetz |
| Batch-Leser | Gerätetyp, Wert, Methode | Typen im Eingangsnetz; Average, Sum, Minimum, Maximum, Count |
| Batch-Schreiber | Gerätetyp, Wert, Quelle | Typen im Ausgangsnetz, Quelle im Eingangsnetz |
Drei Regeln sparen viel Sucherei:
- Die Netze zählen. Ein Leser sieht nur, was an seinem Eingangskabel hängt; ein Schreiber schreibt nur in Geräte an seinem Ausgangskabel. Der Batch-Leser verlangt außerdem ein Kabel am Ausgang, sonst meldet er einen Fehler.
- Fehlt das Ziel, bleibt der alte Wert. Verschwindet das gelesene Gerät oder kann es den Wert nicht liefern, steht
Errorauf 1, und der Leser behält sein letztesSetting– kein NaN, keine 0. Ein Chip mitlbnbekommt dagegen NaN und merkt den Ausfall. - Schreiber schreiben nur bei Änderung. Schaltet jemand das Zielgerät von Hand um, bleibt es so, bis sich der Wert an der Quelle ändert. Eine Zahl größer 0 in
ForceWriteerzwingt ein erneutes Schreiben.
Vergleichen und rechnen
| Baustein | Modi (Mode) |
|---|---|
| Logik-Vergleich | 0 Equals, 1 Greater, 2 Less, 3 NotEquals |
| Logik-Mathematik | 0 Add, 1 Subtract, 2 Multiply, 3 Divide, 4 Mod, 5 Atan2, 6 Pow, 7 Log |
| Logik Min/Max | 0 Greater, 1 Less |
| Logik auswählen | 0 Equals, 1 Greater, 2 Less, 3 NotEquals |
| Mathe Unär | 15 Funktionen von Ceil bis Not, darunter Abs, Round, Sqrt, Sin |
| Logisches Tor | AND, OR, XOR, NAND, NOR, XNOR |
Mode ist lesbar und schreibbar – ein Chip kann den Rechenweg also auch umstellen. Das Logische Tor kennt übrigens NAND und XNOR, die es im IC10 als Befehl nicht gibt.
Vergleich und Mathematik haben zwei Dateneingänge, je einen pro Wert. Mit dem Schraubenzieher wählst du an je einem Stellpunkt den Baustein im ersten und im zweiten Eingangsnetz, am dritten den Modus. Als Eingang taugen nur Logikbausteine mit Setting – einen Sensor schließt du also über einen Leser an.
Bedienteile und Speicher
- Hebel:
Open(lesen und schreiben) ist seine Stellung,Settingfolgt ihr.Locksperrt nur die Hand, ein Chip kann ihn weiter umlegen. - Taste: Ein Druck setzt
ActivateundSettingfür rund 0,55 s auf 1.Locksperrt sie. - Drehknopf:
Modeist die Obergrenze (0 bis 1000, mit dem Schraubenzieher in Zehnerschritten),Settingdie Stellung von 0 bis zur Obergrenze,Ratio=Setting÷Mode. Ein neuer Knopf steht auf Obergrenze 0 und dreht sich erst, wenn du sie einstellst. - Logik-Speicher: hält eine Zahl in
Setting, lesbar und schreibbar. Von Hand stellst du sie mit dem Schraubenzieher (±100, ±1, mit C ±10, ±0,1) oder dem Etikettierer ein. Er hat zwei Datenanschlüsse und braucht keinen Strom.
Alle vier haben einen Namen und einen Prefab-Hash. Ein Chip kann sie deshalb auch per lbn lesen – ein Hebel an der Wand wird so zum Hauptschalter für ein Programm.
Ein Beispiel: Lüftung nach Druck
Aufgabe: Eine Aktive Lüftung soll laufen, solange der Raumdruck unter 95 kPa liegt.
- Ein Logik-Leser liest
Pressurevom Gassensor. - Ein Logik-Speicher hält die Grenze 95.
- Ein Logik-Vergleich im Modus 2
Lessbekommt Leser und Speicher an seine beiden Eingänge. - Ein Logik-Schreiber schreibt das Ergebnis des Vergleichs in
Onder Lüftung.
Der Strombedarf als Rechenbeispiel: Leser, Vergleich und Schreiber brauchen je 10 W, der Speicher nichts. Das sind 30 W – weniger als die 50 W eines IC-Gehäuse. Dazu kommen 1 W für den Sensor und 100 W für die Lüftung.
Diese Kette schaltet genau an der Grenze. Bei 94,9 kPa läuft die Lüftung, bei 95,0 kPa nicht mehr. Steigt der Druck durch die Lüftung kurz über die Grenze und fällt wieder, schaltet sie dauernd an und aus. Ein Band mit zwei Grenzen braucht mehr Bausteine – oder einen Chip.
Wann der Chip besser ist
Logikbausteine lohnen sich für einzelne, feste Aufgaben: einen Wert anzeigen, ein Gerät nach einem einzigen Vergleich schalten. Sobald du eine Hysterese, mehrere Bedingungen oder viele gleichnamige Geräte brauchst, wird die Kette lang. Ein IC10 erledigt dieselbe Aufgabe in einem Gehäuse.
Hier ist die Lüftungs-Aufgabe als Programm, mit Band und einem Hebel als Hauptschalter:
# Lueftung nach Druck, Hebel als Hauptschalter
define SENSOR -1252983604 # Gassensor (StructureGasSensor)
define LUEFTUNG -1129453144 # Aktive Lueftung (StructureActiveVent)
define HEBEL 1220484876 # Hebel (StructureLogicSwitch)
define NSENSOR HASH("Sensor Lager") # Name des Sensors
define NLUEFT HASH("Lueftung Lager") # Name der Lueftungen
define NHEBEL HASH("Hebel Lager") # Name des Hebels
define DRUCKMIN 95 # kPa, darunter einschalten
define DRUCKMAX 101 # kPa, darueber ausschalten
alias frei r0
alias druck r1
alias an r2
alias tmp r3
sbn LUEFTUNG NLUEFT Mode 0 # einmal: Modus 0 = in den Raum blasen
start:
yield
lbn frei HEBEL NHEBEL Open 0
bnan frei aus # kein Hebel: sicherheitshalber aus
beqz frei aus # Hebel umgelegt auf aus
lbn druck SENSOR NSENSOR Pressure 0
bnan druck aus # kein Sensor: aus
slt tmp druck DRUCKMIN
select an tmp 1 an # zu wenig Druck: an
sgt tmp druck DRUCKMAX
select an tmp 0 an # genug Druck: aus
sbn LUEFTUNG NLUEFT On an
j start
aus:
move an 0
sbn LUEFTUNG NLUEFT On an
j start
Zwischen 95 und 101 kPa behält das Programm den letzten Zustand bei – das ist die Hysterese, die der Kette oben fehlt. Mode schreibt es nur einmal vor der Schleife: Jedes Schreiben von Mode setzt bei der aktiven Lüftung die Druckgrenzen auf die Werkswerte zurück, auch wenn sich der Modus gar nicht ändert. Fehlt der Hebel oder der Sensor, liefert lbn NaN, und die Lüftung geht aus. Mehr zu diesem Muster steht in IC10: Gerät per Name steuern und in der Lektion Hysterese.
Typische Fehler
- Der Baustein hat keinen Strom. Leser, Schreiber, Vergleich und Mathematik brauchen einen eigenen Stromanschluss, nicht nur Daten.
- Ein- und Ausgang vertauscht. Die Lage der Anschlüsse zeigt das Anschluss-Schaubild auf jeder Geräteseite.
- Ein Wert passt nicht zum Gerät. Nicht jeder LogicType ist bei jedem Gerät schreibbar –
Pressureeines Sensors etwa nur lesbar. Welche Werte ein Gerät kennt und ob sie lesbar (R) oder schreibbar (W) sind, steht auf seiner Seite unter „IC10 und Logik“.
Weiter
- IC10: der erste Chip – wenn die Kette zu lang wird
- Anzeigen und Konsolen: LED-Anzeigen, Konsolen, Platinen – Ergebnisse sichtbar machen
- Sensoren: Gas, Tageslicht, Bewegung, Anwesenheit – woher die Messwerte kommen
- Akademie: Hebel und Tasten, Taste als Umschalter, Zustand merken